Schleichvorschau-1
Der Mann hat einen Strauß weißer Tulpen in der Hand, der eng mit weißem Papier umwickelt ist. Er läuft so neben der Frau her, dass ihr Gesicht verdeckt bleibt. Man sieht nur ihre schmalen, grauen Wildlederstiefel, Teile eines enganliegenden Kostüms, die Ausläufer frisch frisierter, kastanienbrauner Haare und einen kleinen, schwarz-weiß gefleckten Hund, den sie anstelle einer Handtasche trägt. Ihr Schritt verrät, dass sie Beachtung gewohnt ist.

Als der Mann kurz stehen bleibt, um sein Telefon auszuschalten, gibt er ihr Gesicht frei. Es gleicht einem kubistischen Gemälde – so sehr sind Wangen, Mund und Augen gehoben und verschoben, aufgeplustert und gezerrt.

Auf den Treppen hebt die Frau, die wie ein Kätzchen aussehen will, das Hündchen hoch und küsst es auf die zitternde Schnauze.
Nach einer Stunde kommt das Paar zurück. Der Strauß ist jetzt zerknautscht, der Kubismus tränenreich.