tucholsky-artikel

Moderation

Literarisches Quartett für Kinder

Seit zwei Jahren veranstaltet die Tucholsky Buchhandlung zusammen mit mir ein Literarisches Quartett für Kinder von Kindern.

Vier junge Kritiker (zwischen 8 und 14 Jahren) stellen ihre Lieblingsbücher vor.

Jörg Braunsdorf und ich moderieren, es gibt Gummibärchen, Apfelsaft und heiße Expertengespräche darüber, warum es doof ist, dass Trolle Laserschwerter benutzen, ob man als Mensch in Bäumen leben möchte oder doch lieber nicht, und warum Sozialdramen viel cooler sind als Phantasy-Geschichten – oder eben gerade umgekehrt.

Den nächsten Termin finden Sie unter Veranstaltungen.

Geschlossene Gesellschaft

 

Die Geschlossene Gesellschaft ist ein Kultursalon im Roten Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin mit der Professorin Laura Bieger, dem Studenten Dustin Breitenwischer, der Autorin Annika Reich und dem Generalisten Herbert Grieshop. Jeder Abend widmet sich einem Thema, das anhand von Klassikern aus der Literatur-, Film- und Philosophiegeschichte diskutiert wird.

Themen bisher waren:

Größenwahn

In gewohnter Salonatmosphäre wird diesmal über Klassiker geredet, nach denen das Thema Größenwahn schreit: Melvilles ausartender Roman Moby Dick, Kinskis und Herzogs Filmgrandezza Fitzcarraldo, und da wir Ihnen Hegels Weltgeist ersparen wollen, Nietzsches Übermensch. Was hat der Größenwahn mit Anziehungs- und Abstoßungskräften zu tun, was mit schillernden Neuronen und paranoiden Exzentrikern, und warum sollten wir gerade jetzt in der Krise einem lichterlohen Größenwahn Gehör verschaffen? Da kritisches Denken sowohl an Humorlosigkeit als auch an Mangel an Provokation zugrunde zu gehen droht, wendet sich die Geschlossene Gesellschaft an ein Publikum, dem das Internet zu langweilig, der Lehrbetrieb an den Unis zu verschult, die Talkshows zu vorhersehbar und das Feuilleton zu wenig dialogisch ist.

Heimat

Was ist Heimat? Ein Ort, Personen, ein Gefühl, ein Wunsch, ein Albtraum? Oder ein problematisches Konzept, dass es endlich auszurangieren gilt? Kann man im Unbeheimaten zu Hause sein? Kann man viele Heimaten haben? Was hat IKEA mit Heimat zu tun? Was unsere deutsche Geschichte? Und weil Heimat so viel mit Vertrautheit und Vorhersehbarkeit zu tun hat, reden wir am zweiten Abend der Geschlossenen Gesellschaft in gewohnter Runde und vertrauter Salonatmosphäre diesmal über: Joseph von Eichendorffs Aus dem Leben eines Taugenichts, Martin Heideggers Bauen, Wohnen, Denken und die legendäre Heimat-Trilogie von Edgar Reitz. Eichendorffs Mit-Romantiker Novalis hat Philosophieren den Versuch genannt, überall auf der Welt zu Hause zu sein.

Sport

Wenige Tage vor der Fußball-WM widmet sich auch die Geschlossene Gesellschaft dem Thema, das ab Mitte Juni den Globus beherrschen wird: dem Sport. Und so werden wir am dritten Abend unserer Reihe  versuchen, uns gegenseitig zum Schwitzen zu bringen, ins Schwarze zu treffen und Abseitiges ins Gespräch zu flanken. Dabei soll es nicht um Spielanalysen, Statistiken und Trainerwechsel gehen, sondern um die Frage, was den Sport zu einem gesamtgesellschaftlichen Phänomen macht, dem sich nicht nur Günter Netzer und die Stammtische widmen. Ist Sport die neue Religion? Ist der Mensch ‚ins Spiel geworfen’? Und ist nicht jeder Torwart schon ein Romanheld? Sommerlich frisch und fernab allen Wettkampfdünkels stehen diesmal zur Diskussion: Peter Handkes Die Angst des Tormanns beim Elfmeter, Friedrich Schillers Briefe zur ästhetischen Erziehung und die Filmlegende Rocky I.

Erinnerung

Ist Erinnerung eine archäologische Praxis, die etwas Vergangenes ausgräbt; eine Pendelbewegung, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart vermittelt; oder ein Akt der Schöpfung, der uns neu erfindet? Welche Rolle spielt die Erinnerung in unserer Selbstwahrnehmung? Welche Geschichte unserer Kindheit erzählen wir immer wieder und warum? Was erinnern wir? Und wie? Warum vergessen wir ständig den Schlüssel in der Wohnung, wenn wir doch immer noch die Telefonnummer unseres besten Schulfreundes wissen? Die Klassiker zur Erinnerung muss man nicht erst ausgraben, sie liegen auf der Hand: Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit und Alfred Hitchcocks unvergesslicher Film Vertigo. Außerdem reden wir über Sigmund Freuds Konzept der ‚Nachträglichkeit’ und seinen berühmten Dreierschritt: Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten.

Momentan ruht die Geschlossene Gesellschaft, aber gestorben ist sie noch nicht.