AKTUELL

Katharina Grosse bei Johann König

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Gestern Abend bei Katharina Grosses Ausstellung „They had taken things along to eat together.“
Sollte Euch Euer Leben lustlos, eingefahren, zu groß oder zu klein vorkommen: go!
Galerie Johann König. Dessauer Straße 6-7.

—28.04.2012

An der Angel

Twin Portraits and Other Paintings by Andrea Ventura

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Vita von Wedel schrieb in der FAZ: Mit der guten alten Malerei zu neuen Realitäten? Wie das geht, zeigt Andrea Ventura bei White Trash Contemporary in Hamburg.

Hamburger: nichts wie hin – noch bis zum 4. Mai! Ich habe ein kleines Bild von Andrea Ventura in meinem Wohnzimmer hängen und kann mich daran nicht sattsehen. Es angelt meinen Blick jedes Mal aufs Neue mit seiner Tiefgründigkeit, und ich habe den Fisch, der da zappelt, noch nie zu fassen bekommen. Dieses Phänomen ist Andreas Bildern allesamt eigen: sie entschlüsseln sich nicht und werden mit jedem Blick noch verlockender – so wie die Zwillingsdamen auf grünem Grund.

Andrea ist der Mann von Sophie Zeitz, meiner Freundin und Lieblingsübersetzerin (hat u.a. Joseph Conrad neu übersetzt), die auf meinen bereits dreifach korrigierten Manuskriptseiten immer noch mindestens fünf stilistische Volten vorschlägt, die natürlich alle Punktlandungen sind.

Sophie ist die Schwester von Lisa Zeitz (siehe mein Eintrag: Die Niemanns). Und spätestens jetzt ist klar, warum ich Ethnologie studiert habe: nicht nur, um mein chronisches Fernweh zu stillen, sondern auch, weil ich kaum etwas lieber tue, als Verwandtschaftbeziehungen (blutige und nicht blutige) herzustellen.

—27.04.2012

Zermurmeln, Spargelmeer und ein fast gemischtes Doppel

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Barbara Schindler ist eine gute Freundin von mir und Herbert, dem Lesenden (siehe unten: einmal im blauen, einmal im grünen Pulli), und hat gerade einen neuen Blog gestartet:
http://rhizomblog.wordpress.com/

Herbert findet schon lange, dass, so vernetzt wie Barbara ist, sie ein personifizierter Blog sei und deswegen die jetzt geschehene Materialisierung zwangsläufig geschehen musste. Ich finde, Herbert hat eigentlich immer Recht – bis auf seine Meinung über meine früheren Texte…

In Barbaras Blog wird ab jetzt rhizomatisch (falls Ihr nochmal Deleuze zur Bebilderung fürs Rhizom wollt, ebenfalls unten – zwischen blauem und grünen Pulli) über die Vernetzungen der Kunst berichtet bzw.,  um theoretisch genau zu bleiben: ereignet sich dort ab jetzt die Vernetzung der Kunst. Oder auch nicht. Es bleibt offen und vielversprechend.
Mir gefällt die Idee, und die Ereignisse, die sich bisher dort aus der Virtualität aktualisiert haben, gefallen mir auch. Und wenn ich jetzt nicht aufhöre, dann deleuzianisiere ich mich um Kopf und Kragen…

Bis jetzt gibt es auf dem rhizomblog ein fast gemischtes Doppel: Busstop/Postbox, ein Interview mit Barbara Wien über „Murmel“, ein Brandenburger Spargelmeer und eine Einladung zur Aneignung zu sehen, die sich hiermit weiter vernetzt.

—26.04.2012

Frühstück bei Nemo

SPIEGEL ONLINE (KulturSPIEGEL) mag „34 Meter über dem Meer“, und schon mag ich meinen Montag.

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,828519,00.html

Dienstag (morgen) mag ich auch jetzt schon: Lesung um 20 Uhr  in der Tucholsky Buchhandlung in der Tucholskystraße in Berlin Mitte.

—23.04.2012

Mode

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Gerade habe ich Lieblingspost bekommen: neue Bücher! Heute kam das schwere Paket aus dem Wilhelm Fink Verlag. Das Buch über den kulturwissenschaftlichen Blick auf die Mode, das ich zusammen mit Laura Bieger und Susanne Rohr herausgegeben habe. Bevor ich das hellblaue Buch in den Händen hielt, hatte ich mir geschworen, nie wieder einen Sammelband herauszugeben, NIE WIEDER, aber jetzt… hey: anytime!

Mit dabei: grandezziöse intellektuelle Super-Fashionistas wie Barbara Vinken und Hanne Loreck, die über die Dekonstruktion der Mode (anhand von Maison Martin Margiela) sowie über das Verhältnis von Mode und Kunst (anhand von Vanessa Beecroft, Cindy Sherman und Lady Gagas Fleischkleid) schreiben; ein erstmals übersetzter Artikel über Mode und Blick von der hochverehrten Kaja Silverman, der meinen Blick in den Spiegel für immer verändert hat; Ulrich Lehmanns Revision seiner vielbeachteten Mode und Moderne-Theorie, Annette Geigers Diskussion der Frage, warum es immer noch keine Ästhetik der Mode gibt – sowie Susanne Rohrs ungeschlagene semiotische Seismographie der imaginären Objekte der Mode.
Haben Sie immer gedacht, das Gefühl, vor Ihrem übervollen Kleiderschrank zu stehen und einfach nichts zu Anziehen zu haben, wäre ein oberflächliches, kapitalistisch gezirkeltes Scheinproblem? Dann könnte Sie Lauras und meine Einleitung interessieren.
Und wenn Sie wissen wollen, wem der berstende Kleiderschrank auf dem Cover gehört, dann kann ich Ihnen verraten: meiner ist es nicht, obwohl ich ein paar der Highheels schon nehmen würde…

—21.04.2012